Pläne der Regierung sehen vor, dass ein Zukunftsdepot Kindern zu ihrem 18. Geburtstag ein kleines Vermögen bescheren soll. Dazu soll der Staat einen Startbonus von 500 Euro für jedes Neugeborene einzahlen, die Eltern können dann bis zu 5.000 Euro pro Jahr steuerfrei beitragen. Was als attraktive Familienförderung verkauft wird, entpuppt sich aber ...
Die Diskussion über die Kapitalertragsteuer (KESt) ist zurück. Die ÖVP drängt gemeinsam mit den NEOS auf eine Steuerbefreiung von Kursgewinnen bei Aktien, Fonds und ähnlichen Wertpapieren, sofern diese über einen bestimmten Zeitraum gehalten werden. Im Raum steht eine Behaltefrist von zehn Jahren. Begründet wird der Vorstoß insbesondere mit dem Zie...
Die Vermögenskonzentration in Österreich gehört zu den höchsten in Europa. Hinzu kommt, dass der Großteil der Superreichen sein Vermögen nicht erarbeitet, sondern vererbt bekommen hat. Während in den meisten anderen OECD-Ländern Erbschaften besteuert werden, verzichtet Österreich seit 2008 auf diese Einnahmequelle. Nicht zuletzt aufgrund der aktuel...
Frauen sind in Österreich häufiger von Armut betroffen als Männer. Ein Belastungsfaktor stellt das Wohnen dar. Insbesondere alleinerziehende Frauen müssen hohe Mietkosten tragen. Die Teuerungswelle hat das Problem weiter verschärft. Preiseingriffe, ein wirkungsvolles Gender Budgeting und faire Löhne können Abhilfe schaffen.
Der Kommissionsvorschlag für den neuen EU-Budgetrahmen verteilt Geld und Macht neu: Unter dem Motto „Für ein stärkeres Europa“ wird die Finanzierung vor allem für die Militarisierung ausgeweitet, während Beschäftigung und soziale Gerechtigkeit das Nachsehen haben. Auch die Geschlechtergleichstellung kommt zu kurz. Die anstehenden Verhandlungen soll...
Neue Vermögensdaten der Oesterreichischen Nationalbank zeigen: Die Vermögenskonzentration in Österreich bleibt auf extrem hohem Niveau. Dass reiche Haushalte am meisten erben, gehört zu den Treibern der Vermögensungleichheit. Die Wiedereinführung einer Erbschaft- und Schenkungsteuer ist dringend geboten: Sie reduziert die Vermögenskonzentration und...
2025 ist ein weiteres Jahr, in dem der AK-Wohlstandsbericht nur wenige positive Nachrichten zu vermelden hat: Um die nachhaltige Entwicklung von Wohlstand und Wohlergehen in Österreich steht es insgesamt schlecht. Die anhaltende Teuerung, handelspolitische Spannungen, Klimakrise und die steigende Ungleichheit lasten schwer auf dem Lebensstandard d...
Zum Abbau von Budgetdefiziten sind Ausgabenkürzungen als vermeintliche Allheilmittel schnell zur Hand. Negative Nebenwirkungen werden oft ignoriert, obwohl sie schwerwiegend sein können: wachsende Ungleichheit, Rückschritte bei der Gleichstellung und im Klimaschutz sowie eine Schwächung von Investitionen, Wirtschaft und Beschäftigung – womit der Ko...
Die Einführung einer Kindergrundsicherung könnte ein entscheidender Schritt sein, um Kinderarmut in Österreich zu bekämpfen. Durch eine Kombination aus Sach- und Geldleistungen soll sichergestellt werden, dass alle Kinder bessere Leistungen in den Bereichen Bildung und Gesundheit bekommen und Familien ausreichend finanzielle Mittel haben. Ziel ist ...
Das Doppelbudget 2025/26 steht im Zeichen der Konsolidierung, die vor allem durch Ausgabenkürzungen erreicht werden soll. Diese wirken nicht nur negativ auf Konjunktur, Beschäftigung und Klimaschutz, sondern auch auf die Einkommensverteilung. Die vorgesehenen Maßnahmen treffen Haushalte mit geringeren Einkommen deutlich stärker. Für die künftige Ko...
Das Doppelbudget 2025/26 steht ganz im Zeichen der Konsolidierung, die aufgrund der verfehlten Budgetpolitik der Vorgängerregierung und der anhaltenden Rezession mittelfristig notwendig ist. Gleichzeitig erfordern die hohe Arbeitslosigkeit, Zunahme der Einkommensungleichheit, die demografische Entwicklung und die grüne wie digitale Transformation m...
Österreichs Banken erzielen seit der EZB-Zinswende 2022 neue Rekordgewinne. Mit der Anhebung der Bankenabgabe sollen sie nun einen höheren Beitrag zur Budgetsanierung leisten, der aber durchaus auch noch höher ausfallen hätte können.
Die FPÖ-ÖVP-Verhandler:innen haben die ersten Schritte der geplanten Budgetkonsolidierung vorgestellt. Im ersten Jahr sollen bereits sechs Milliarden Euro gekürzt werden, wobei ein Drittel allein auf die Abschaffung des Klimabonus entfällt, der die Belastung durch die CO2-Bepreisung ausgleicht. Das bedeutet Einkommensverluste für alle, besonders ab...
Egal ob für den Job, für Haus- und Sorgearbeit oder in der Freizeit: Das Auto dominiert die Mobilität in Österreich. Vor allem Menschen in ländlichen Regionen und mit hohen Einkommen verbringen die meiste Wegzeit im Pkw. Die Verschiebung der Verkehrsmittelwahl zu umweltfreundlicheren Alternativen bleibt ein wichtiger Faktor für den Klimaschutz.&nbs...
Auch dieses Jahr zeigt der AK-Wohlstandsbericht deutlich, dass es um die nachhaltige Entwicklung von Wohlstand und Wohlergehen in Österreich schlecht bestellt ist. Die massiven Nachwirkungen der Vielfachkrisen prägen die gesellschaftliche Entwicklung. So nimmt etwa die Armuts- und Ausgrenzungsgefahr weiter zu, die Situation am Arbeitsmarkt bleibt p...
Die meisten Menschen führen ihre Steuern ordnungsgemäß ab, doch einige wenige umgehen ihre Steuerzahlung und schaden damit der Allgemeinheit. Mit mehr Personal für Finanzprüfungen kann die sogenannte Steuerlücke verringert und die Fairness im Steuersystem erhöht werden. Zudem lassen sich dringend benötigte Mehreinnahmen für den Staat generieren....
Ende 2023 sind die Ergebnisse der neuesten Zeitverwendungserhebung erschienen. Sie ist die einzige umfassende Datenquelle, über die wir erfahren, wie es um die Verteilung von unbezahlter Arbeit wie Kinderbetreuung und Haushalt steht. Geändert hat sich seit der letzten Erhebung vor 13 Jahren allerdings wenig: Frauen übernehmen nach wie vor den Großt...
Die Arbeiterkammer Wien hat 2023 erstmals einen mit 5.000 Euro dotierten Essaypreis zum Thema „Überreichtum“ ausgelobt. Dieser würdigt Aufsätze zur gesellschaftlichen und demokratiepolitischen Herausforderung von Überreichtum. Gewonnen hat dieses Jahr der Essay „Über Reichtum und politische Macht“ von Johannes Amann. Zwei Anerkennungspreise gingen...
Die neuen Budgetpläne des Finanzministers sehen ein mittelfristig zu hohes Budgetdefizit vor. Die AK-Budgetanalyse zeigt, dass damit die Budgetkonsolidierung der nächsten Bundesregierung überantwortet wird. Ohne zusätzliche Finanzierung drohen Kürzungen in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Bildung, obwohl hier bereits jetzt der Status quo ver...
Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele oder SDGs (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen sind das Kernstück der Agenda 2030 für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung. Im September 2023 ist die Hälfte der Zeit zur Umsetzung des Aktionsplans verstrichen. Die Bilanz ist ernüchternd: Ohne massive Anstrengunge...
Hochwertige Statistiken haben in der Regel einen großen Nachteil: Die Erhebung und Aufbereitung der Daten nimmt viel Zeit in Anspruch und Ergebnisse sind oft erst Jahre später verfügbar. Somit erlauben erst jüngst veröffentlichte Daten einen umfangreichen Blick auf die soziale Lage während der COVID-19-Pandemie. Dabei zeigt sich vor allem eine Zun...
Bis Jahresende soll die neuerliche Reform der EU-Fiskalregeln abgeschlossen werden. Wiewohl die Vorschläge der EU-Kommission eine bessere Budgetpolitik der Mitgliedstaaten ermöglichen, bleiben sie doch unzureichend. Aufgrund politischen Widerstands u. a. aus Österreich ist sogar noch mit weiteren Verschlechterungen zu rechnen. Um die national...
An der tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter scheitern viele Länder gewaltig – so auch Österreich. Die Einführung des Gender Budgeting und der “Wirkungsorientierung” vor zehn Jahren sollten ein wichtiger Meilenstein sein. Doch trotz verfassungsrechtlich verankerter Verpflichtung wird Wirtschafts-, Finanz-, aber vor allem Budgetpolitik beso...
Im neuen Bundesbudget kommt vor allem eines zu kurz: eine soziale Handschrift. Auf die multiplen Krisen wird zwar neuerlich mit deutlich höheren Ausgaben reagiert, insbesondere Bezieher:innen niedriger Einkommen werden aber nach Auslaufen der Einmalmaßnahmen mit realen Verlusten allein gelassen. Auf mittelfristige Herausforderungen auf dem Arbeits...
Die Sorge, dass unser Lebensstandard in den kommenden Monaten sinken wird, ist groß – und das zu Recht. Denn in unserer diesjährigen Analyse des gesellschaftlichen Fortschritts zeigen sich Rückschritte auch jenseits der im Fokus stehenden Indikatoren BIP und Inflation. Um die nachhaltige Entwicklung von Wohlstand und Wohlergehen stärker zu fördern...
Für eine nachhaltige Entwicklung von Wohlstand und Wohlergehen für alle, sind öffentliche Haushalte zentral. Diese umfassen unter anderem den Ausbau und die Finanzierung des öffentliche Bildungs- und Gesundheitssystems, der Energie- und Wasserversorgung und eine gerechte Einkommensverteilung über das Steuer- und Transfersystem. Ein wichtiger...
Würde man die Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld in Österreich von derzeit 55 auf 70 Prozent erhöhen, würde das rund 80 Prozent der arbeitslosen Menschen helfen. Ihre Einkommen würde im Schnitt um 85 Euro pro Monat ansteigen. Die Anzahl an arbeitslosen und armutsgefährdeten Menschen würde um rund 37.300 gesenkt und bis zu 14.000 neue Arbeitsplä...
Wohnen ist für viele Menschen immer schwerer leistbar. Ein Blick auf Oberösterreichs Nettomieten zeigt, dass diese seit 2010 durchschnittlich um fast 30 Prozent angestiegen sind. Bei der Wohnbeihilfe spart das Land Oberösterreich trotz der steigenden Wohnkosten zulasten der Betroffenen. Hinzu kommt: Rund 30 Prozent der Haushalte, die einen Anspruc...
Sozialleistungen wie die bedarfsorientierte Mindestsicherung werden unter anderem an ihrer Treffsicherheit gemessen. Zumeist wird diese jedoch nur einseitig im Sinne von „Missbrauchsvermeidung“ betrachtet. Weitgehend unsichtbar bleibt die weitaus größere Gruppe jener Menschen, die trotz Anspruch auf Mindestsicherung keinen Antrag stellen. Insgesamt...
Der Steuerwettbewerb hat viele Nachteile. Oft wird aber argumentiert, dass er nichts kostet. Das stabile Körperschaftsteueraufkommen ist aber nur scheinbar ein Beleg dafür. Tatsächlich ist davon auszugehen, dass der Steuerwettbewerb den Industriestaaten zig Milliarden kostet – auch Österreich.