Österreichs Industrie legt seit Jahrzehnten eine beeindruckende Erfolgsstory hin. Doch seit Anfang 2023 ist sie abgerissen. Die hartnäckige Rezession hat vielfältige Ursachen, von hohen Energiepreisen über weltweite Investitionszurückhaltung, gestiegene Zinssätze bis zum Fehlen der Pharmaunternehmen und zu hohen Gewinnausschüttungen. Eine aktive In...
Die Lösungskompetenz der Sozialpartnerschaft nahm in den letzten Jahrzehnten sichtbar ab. Doch die Kritik am Korporatismus, die heute primär von rechts kommt, spiegelt vor allem ein mangelndes Verständnis für kollektive Lösungen, die dem Gemeinwohl dienen. Will die Sozialpartnerschaft wieder wirkungsmächtig werden, so muss sie herzeigbare Kompromis...
Die schwierige Ausgangslage erfordert ein offensives wirtschaftspolitisches Konzept, das auch einen wirtschaftlich und sozial verträglichen Weg der Budgetkonsolidierung beinhaltet. Entscheidend ist die Ausarbeitung einer Strategie zu höherem Produktivitätswachstum, die besonders bei einem beschleunigten Strukturwandel hin zu guter Arbeit ansetzt. V...
Die neue WIFO-Konjunkturprognose lässt zum Jahreswechsel keinen Optimismus aufkommen. Der Aufschwung kündigt sich weiterhin nur sehr zaghaft an und wäre durch ein großes Kürzungspaket massiv gefährdet. Die Arbeitslosigkeit steigt kräftig. Daher muss die Politik dringend Sicherheit geben und in der Konjunkturschwäche investieren. Gleichzeitig muss d...
Das Budgetdefizit des Staates kann nur sinken, wenn sich das Ausland stärker verschuldet und Unternehmen sowie private Haushalte ihren Überschuss abbauen. Das größte Potenzial in Österreich besteht in einer Verringerung des Sparüberschusses der Haushalte durch gezielte Verteilungspolitik und Maßnahmen, die Arbeitslosigkeit verringern und Sicherheit...
Die Belebung von Konjunktur und Beschäftigung bildet die Voraussetzung für eine Bewältigung der großen wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben der neuen Bundesregierung, insbesondere der Budgetkonsolidierung. Dafür ist ein Konjunkturimpuls notwendig, der bereits kurzfristig die Investitionsnachfrage belebt und die Arbeitslosigkeit verringert. Wir ze...
Ein Kurswechsel zu einer fortschrittlichen Budgetpolitik ist dringend: Es gilt, Zukunftsinvestitionen zu stärken und sinnvoll durch Verschuldung zu finanzieren, bessere Gesundheit, Pflege und Bildung auszubauen und durch vermögensbezogene Steuern zu finanzieren, guter Arbeit Priorität zu verleihen und damit auch Staatseinnahmen zu generieren sowie ...
Die multiplen Krisen der letzten Jahre gehen auch an den in Österreich lebenden Menschen nicht vorbei. Pandemie, Teuerung und Klimakrise verstärken bestehende soziale Ungleichheiten und bringen neue Unsicherheiten hervor. Im nun veröffentlichten neuen Sozialbericht des Sozialministeriums wird einmal mehr der Blick auf die Lebensbedingungen der Mens...
So schwierig 2023 wirtschaftlich war (hohe Inflation, tiefe Rezession), so hoch sind die Notwendigkeit von und die Chancen für den Richtungswechsel 2024: Gegen die Klimakrise investieren, Arbeitskräfteknappheit für bessere Arbeitsplätze nutzen, manifeste Armut verhindern und Überreichtum begrenzen.
Das WIFO erwartet nach der merklichen Rezession 2023 (-0,8 Prozent) für das kommende Jahr eine nur sehr bescheidene Erholung der Wirtschaftsleistung (real +0,9 Prozent). Diese wird von der Konsumnachfrage und damit von steigender Beschäftigung und kräftigem Reallohnwachstum (+3,7 Prozent pro Beschäftigten) getragen. Dazu kommt die beginnende Erholu...
Zwar werden mit dem Budget für 2024 besonders für Klimapolitik mehr Mittel zur Verfügung stehen. Zu wenig wird jedoch auf aktuelle Bildungs- und Qualifizierungsherausforderungen reagiert. Eine wohlstandsorientierte Budgetpolitik kommt insgesamt zu kurz. Trotzdem ist das Budgetdefizit mittelfristig zu hoch – weil finanzielle Spielräume wie der Abba...
Die Arbeiterkammer Wien hat 2023 erstmals einen mit 5.000 Euro dotierten Essaypreis zum Thema „Überreichtum“ ausgelobt. Dieser würdigt Aufsätze zur gesellschaftlichen und demokratiepolitischen Herausforderung von Überreichtum. Gewonnen hat dieses Jahr der Essay „Über Reichtum und politische Macht“ von Johannes Amann. Zwei Anerkennungspreise gingen...
Arbeitskräfteknappheit mache Arbeitszeitverkürzung unmöglich, meinen Industriellenvereinigung und WKÖ. Doch wir können uns nicht daran erinnern, dass die beiden Institutionen Arbeitszeitverkürzung bei hoher Arbeitslosigkeit angeboten hätten. Tatsächlich verschiebt die beginnende Arbeitskräfteknappheit die Machtverhältnisse so, dass eine Verkürzung...
Die neue WIFO-Prognose belegt für Österreich einen anhaltenden Wohlstandsverlust durch Covid- und Teuerungskrise. Dennoch gibt es neben vielen Verlierer:innen auch viele Gewinner:innen. Die Sozial- und Wirtschaftspolitik zeigt sich bislang nicht imstande, die Kosten vernünftig und gerecht zu verteilen sowie die Weichen für die Zukunft zu stellen. ...
Wirtschaftlich, sozial und politisch mögen die Aussichten derzeit nicht so erfreulich sein. Doch: Die Weichen richtig gestellt, kann 2023 das Jahr der Wende zum Besseren sein.
Die österreichische Wirtschaft fällt laut WIFO im Winterhalbjahr in eine kurze Rezession, im Jahresdurchschnitt 2023 beträgt das reale Wirtschaftswachstum nur +0,3%. Die Inflationsrate sinkt dank nachlassender Öl- und Gaspreise leicht auf 6,5%. 2022 haben staatliche Einmalzahlungen die Teuerung für die breite Bevölkerung abgefedert. Die kollektivv...
Der Nationalrat hat das Bundesfinanzgesetz 2023 beschlossen. Drei klare Schwerpunkte sind erkennbar: Klima, Soziales und Landesverteidigung. Drei wichtige Bereiche, in denen der Handlungsbedarf besonders hoch ist, werden vernachlässigt: Bildung, Beschäftigung und Finanzierung.
Das Bundesfinanzgesetz 2023 ist von Teuerungskrise und Konjunkturabs...
Die Wirtschaftsentwicklung übertrifft 2022 alle Erwartungen: Das WIFO setzt die Prognose für reales BIP (+4,8 Prozent), Warenexport und Industrieproduktion, allerdings auch für die Inflationsrate (8,3 Prozent) kräftig nach oben. Für 2023 ist mit einem markanten wirtschaftlichen Abschwung zu rechnen (BIP nur noch +0,2 Prozent), der in einer Rezessi...
Das menschliche Dasein wird durch unterschiedliche Ungerechtigkeitserfahrungen geprägt. Schlechte Behandlung durch Chef:innen oder auf Ämtern, drohender Jobverlust oder Kürzung von Sozialleistungen, Verlust der Wohnung oder verwehrte Aufstiegschancen zählen dazu ebenso wie Armut unter Kindern oder Missstände in der Pflege. Um abstrakte Debatten zu...
Die Inflationsrate steigt heuer laut WIFO im Jahresdurchschnitt auf 7,8 Prozent und geht 2023 nur auf 5,3 Prozent zurück. Das Wirtschaftswachstum erreicht heuer – aufgrund eines sehr starken ersten Quartals – real sogar 4,3 Prozent. Die Prognose für 2023 wurde auf +1,6 Prozent zurückgenommen und bleibt damit optimistisch. Das A...
Der verheerende russische Krieg gegen die Ukraine führt zu drastisch steigenden Energiepreisen, die die verfügbaren Einkommen und damit die Konsumnachfrage schwächen. Zudem führt die hohe Unsicherheit zur Verschiebung von geplanten Investitionen. In mehreren Branchen sind gefährliche Gewinn-Preis-Spiralen zu beobachten, die den Preisauftrieb zusät...
Konservative Wirtschaftspolitik versucht, die wirtschaftliche Spaltung in Verlierer:innen und Gewinner:innen für weniger sozialen Schutz für Arme und Arbeitslose und geringere Steuern für Reiche zu nutzen. Progressive Politik muss im Gegenteil die Ängste der Menschen ernst nehmen, Sicherheit geben, Hoffnung auf Verbesserung wecken und mehr Freihei...
Das WIFO erwartet für 2022 einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um +5,2 Prozent, etwas mehr, als noch im Oktober erwartet. Die Produktion in der heimischen Industrie hat das Vorkrisenniveau längst übertroffen und überflügelt auch jenes der deutschen Industrie bei Weitem. Sorgenkinder bleiben Hotellerie und Gastronomie, doch ihr Anteil an...
Das WIFO erhöht die Prognose für Österreichs Wirtschaftsleistung neuerlich und zwar auf +4,4 Prozent für 2021. Besonders erfreulich entwickeln sich Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote soll bereits 2022 das Niveau vor der COVID-19-Krise erreichen – drei Jahre früher als ursprünglich erwartet. Das zeigt eindrucksvoll: Der Bedar...
Das WIFO setzt die Konjunkturprognose für 2021 kräftig nach oben (BIP real +4 Prozent). Die Zahl der registrierten Arbeitslosen soll gegenüber 2020 um 58.000 zurückgehen. Trotzdem werden 2021 noch immer 50.000 Menschen mehr arbeitslos sein als vor der Pandemie. Im Aufschwung darf jetzt niemand zurückgelassen werden. Dazu sind massive Investitionen...
Die neue Wirtschaftsprognose des WIFO erwartet für das Jahr 2021 einen sehr bescheidenen Anstieg der Wirtschaftsleistung (BIP) um 1,5 Prozent bis 2,3 Prozent – trotz des tiefen Einbruchs im Jahr 2020. Österreich hinkt auch im europäischen Vergleich nach, besonders gegenüber Deutschland. Das liegt nicht an Warenexport und Güterproduktion, sondern a...
Die Wirtschaftsaussichten für 2021 sind so unsicher wie selten zuvor, sie werden primär vom Verlauf der Corona-Pandemie bestimmt. Selbst bei günstiger Entwicklung bestehen drei große Probleme: 1. Massenarbeitslosigkeit, 2. Klimakrise, 3. Ungleichheit und Armut. Österreich verfügt aufgrund des ausgebauten Sozialstaats und der hervorragenden öffentl...
Die Ungleichheit in der Verteilung von Vermögen und Einkommen wird in Wissenschaft und Gesellschaft intensiv diskutiert, doch wird sie auch von der Bevölkerung als ungerecht wahrgenommen? Eine Studie der AK Wien zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der österreichischen Bevölkerung die Verteilung von Vermögen für unfair hält und die Spitzeneinkomm...
Leben und Tod hängen an einem Faden der Solidarität: Reichen die Kapazitäten des Gesundheitssystems, um alle COVID-19-Erkrankten medizinisch zu versorgen? Bleiben dabei auch noch genug Ressourcen für die Behandlung anderer Erkrankungen? Können Pflegeheime geschützt werden? Werden Pflegebedürftige nicht vernachlässigt? In der Pandemie erfährt unser...
Österreichs Wirtschaftsleistung je EinwohnerIn übertraf 2019 den EU-Durchschnitt um 27 Prozent. Dies belegt die Qualität des heimischen Wirtschaftsstandorts. Für die Messung des Wohlstands müssen zusätzliche Indikatoren wie das verfügbare Einkommen in der Mitte der Haushalte herangezogen werden: Auch hier liegt Österreich an der Spitze der EU...
Die schweren wirtschaftlichen Folgen der COVID-Krise verleihen der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens neuen Auftrieb. Die Ziele der fortschrittlichen BefürworterInnen des Grundeinkommens sind hehr. Sie können mit einer Verbesserung der Mindestsicherung und dem Ausbau sozialer Dienstleistungen, besserer Arbeitsmarkt- und Qualifizierungspoli...
Selten war die finanzielle Ausgangslage für eine neue Bundesregierung so günstig wie heute. 2019 dürfte der Staatshaushalt den höchsten Überschuss seit den Jahren 1970–1974 aufweisen. Im Gegensatz zu damals ist man aber von den Zielen Vollbeschäftigung und faire Verteilung weit entfernt und hat gegen die Klimakrise zu kämpfen. Neben diesen aktuell...
Im Konjunkturaufschwung, der Anfang 2015 eingesetzt hat, sind in Österreich das reale Bruttoinlandsprodukt um 10 Prozent, der Export um 21 Prozent, die Industrieproduktion um 11 Prozent und die Ausrüstungsinvestitionen um 31 Prozent gestiegen. Die rege Produktions- und Investitionstätigkeit der Unternehmen zeigt auch, dass diese den Standort für se...
Österreichs Wirtschaftsleistung je EinwohnerIn übertraf 2018 mit 39.300 Euro (kaufkraftstandardbereinigt) den EU-Durchschnitt um 27 Prozent und erreichte den vierthöchsten Wert der EU. Dies belegt einmal mehr die Qualität des heimischen Wirtschaftsstandorts. Für die Messung des Wohlstands müssen zusätzlich andere Indikatoren herangezogen werden, et...
Über Jahrzehnte fehlten wissenschaftlich fundierte Fakten zu Umfang und Verteilung des Vermögens in Österreich. Das änderte sich mit dem Household Finance and Consumption Survey der OeNB, doch auch hier fehlt das oberste Prozent der 39.000 reichsten Haushalte, die bis zu 41% des gesamten Vermögens besitzen. Die Vermögenden fürchten Transparenz wie ...
Wirtschaftskrise. Im derzeitigen Konjunkturabschwung droht sie neuerlich zu steigen. Wir brauchen deshalb dringend ein Konjunkturpaket, das noch vor dem Sommer beschlossen werden soll und mit den Schwerpunkten Qualifizierung, Investitionen in Klimaschutz und Ausbau der sozialen Dienste darauf ausgerichtet ist, einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu ...
Nach dem kräftigen Konjunkturaufschwung ist die soziale und wirtschaftliche Lage in Österreich im internationalen Vergleich gut. Dies erleichtert die Bewältigung der notwendigen Reformen. Deren wichtigste bestehen in der Bekämpfung der hohen und bald wieder zu steigen drohenden Arbeitslosigkeit, den Strukturveränderungen des Staatshaushalts auf Aus...
Der Lohnanteil am gesamtwirtschaftlichen Einkommen ist seit seinem Höhepunkt 1978 zunächst leicht, ab Mitte der 1990er-Jahre stark zurückgegangen, bevor er seit Beginn der Finanzkrise wieder stieg. Ausschlaggebend waren neben der konjunkturellen Entwicklung die Arbeitslosigkeit, Internationalisierung und Globalisierung sowie die Finanzkrise. Welche...
Das System der Kollektivvertragsverhandlungen ist in den Grundprinzipien seit Jahrzehnten unverändert. In Österreich haben 98 Prozent der unselbstständig Beschäftigten einen Kollektivvertrag. Das ist ein Spitzenwert in Europa. In Deutschland, das noch in den 1990er-Jahren ein ähnliches System hatte, haben weniger als 60 Prozent der Beschäftigten Ko...
Österreichs Wirtschaftsleistung je EinwohnerIn übertraf 2017 mit 38.200 Euro (kaufkraftstandardbereinigt) den EU-Durchschnitt um 27,6 % und erreichte den vierthöchsten Wert der EU. Dies belegt einmal mehr die Qualität des heimischen Wirtschaftsstandorts. Für die Messung des Wohlstands müssen zusätzlich andere Indikatoren herangezogen werden, etwa d...
Ein hoher und fair verteilter materieller Wohlstand leistet einen wichtigen Beitrag zu einem guten Leben und schafft Spielräume für sozialen Fortschritt. Allerdings ist darauf zu achten, wie dieser Wohlstand zustande kommt (Arbeitswelt) und wie nachhaltig er ist (ökologisch und ökonomisch). Zudem sind für die Lebensqualität relevante weitere Faktor...
Der kräftige Konjunkturaufschwung hat seinen Höhepunkt erreicht. Das noch immer starke Produktions- und Beschäftigungswachstum muss jetzt für wohlstandsfördernde Strukturreformen genutzt werden, die Arbeitssuchende und prekär Beschäftigte in gute Jobs bringen.
Der kräftige Konjunkturaufschwung mit einem Anstieg des realen BIP um mindestens drei Prozent sowohl 2017 als auch 2018 bewirkt einen merklichen Rückgang des Budgetdefizits und der Arbeitslosigkeit. Das wären ideale Ausgangsbedingungen für eine neue Regierung, die notwendigen Strukturreformen umzusetzen: die Effizienz des föderalen Systems verbesse...
Der kräftige Konjunkturaufschwung sorgt dafür, dass das Budgetdefizit bereits 2018 auf nahe Null sinken wird. Können kostspielige Steuersenkungen und neuerliche Finanzkrisen verhindert werden, so sind mittelfristig stabile Staatsfinanzen ebenso möglich wie Strukturreformen im Sinne wohlstandsorientierter Budgetpolitik: mehr Augenmerk auf öffentlich...
Die neue Bundesregierung findet günstige wirtschaftliche Ausgangsbedingungen vor. Doch neben dem Arbeitsmarkt – siehe dazu den Blogbeitrag vom 23. Oktober 2017 – bestehen besonders bei der Ungleichheit erhebliche Herausforderungen. Dazu zählen die gesellschaftlichen Probleme, die mit geringer Transparenz und hoher Konzentration des Vermögensbesitze...
Die neue Bundesregierung findet eine sehr günstige wirtschaftliche Ausgangsbasis vor: Der Wirtschaftsaufschwung ist kräftig und mit starkem Beschäftigungs- und Abgabenwachstum verbunden. Entscheidend ist – neben einer egalitären Verteilungspolitik (Blogbeitrag folgt am Dienstag, dem 31. Oktober 2017) –, diese Rahmenbedingungen für eine anhaltende S...
Die Finanzkrise spart nicht mit Herausforderungen für Europa: hohe Arbeitslosigkeit, zunehmende Ungleichheit, wachsende Unsicherheit. Traditionell hätte die Antwort „Europäisches Sozialmodell“ gelautet: Schutz der Menschen durch soziale Sicherungssysteme kombiniert mit einem investierenden Sozialstaat. Ein gut ausgebauter Sozialstaat geht nämlich m...
Die Industrieproduktion befindet sich in einem kräftigen Aufschwung, sie liegt um etwa 5 % über dem Niveau des Vorjahres und die Aussichten sind positiv. Anziehende Nachfrage im Welthandel und besonders in Osteuropa sowie die hohe Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe tragen dazu bei. Steigende Kapazitätsauslastung und positive Absatzerwartu...
Österreichs Wirtschaftsleistung je EinwohnerIn übertraf 2016 mit 36.700 Euro den EU-Durchschnitt um 26 Prozent und erreichte den vierthöchsten Wert der EU. Dies belegt einmal mehr die Qualität des heimischen Wirtschaftsstandorts. Für die Messung des Wohlstands müssen zusätzlich andere Indikatoren herangezogen werden, etwa das verfügbare Einkommen i...
Die Stärke der Wirtschaftsbelebung übertrifft alle derzeit vorliegenden Prognosen. Erstmals seit fünf Jahren geht in Österreich die Arbeitslosigkeit merklich zurück. Das ist auch ein Erfolg einer aktiven Sozial- und Wirtschaftspolitik. Doch mehr bleibt zu tun: erstens mittels aktiver Arbeitsmarktpolitik die Arbeitslosen auf die offenen Stellen zu b...
Viele Herausforderungen für eine gerechte Verteilung des Wohlstands in Österreich sind ungelöst und werden in den kommenden Jahren im Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung stehen. Die Frage ist, welche gesellschaftlichen Kräfte es schaffen, die Verteilungsfrage offensiv ins Zentrum zu rücken und der Debatte eine Richtung zu geben.
Vor zehn Jahren wurde in Österreich die Abschaffung der Erbschaftssteuer eingeleitet, seither schwelt die Debatte über ihre Wiedereinführung. Kaum ein Argument der GegnerInnen hält einer inhaltlichen Prüfung stand. Dennoch ist die Diskussion in der Gesellschaft ambivalent, weil es dabei auch um Ängste und Werte geht. Heute sind die Voraussetzungen ...
Die Industrieproduktion hat sich gegen Jahresende 2016 markant verstärkt. Damit tritt die seit zwei Jahren anhaltende matte Konjunkturerholung in eine neue Phase ein. Konsumnachfrage der privaten Haushalte und Ausrüstungsinvestitionen ziehen an. Vieles deutet darauf hin, dass das reale Wirtschaftswachstum 2017 über 2% liegen wird. Davon profitiert ...
Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 stagniert die Wirtschaftsleistung in Österreich und der Eurozone. Wirtschaftswissenschafter von Paul Krugman über Richard Koo bis Larry Summers bieten aktuell wesentliche Einsichten zu den Ursachen der säkularen Stagnation (Zustand ohne wirtschaftliches Wachstum). Aber auch historisch hat die Ökonomie – alle...
Nach fünf Jahren steigender Arbeitslosigkeit ist 2017 eine Trendwende möglich. Die Zahl der Arbeitslosen kann allerdings nur dann markant sinken, wenn die Wirtschaftspolitik dieses Ziel in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen rückt. Die konjunkturellen Voraussetzungen haben sich verbessert, Industrieproduktion, Investitionen und Konsumnachfrage ziehen ...
Das sozialpartnerschaftliche Konsensmodell der österreichischen Wirtschaftspolitik hat in allgemein anerkannter Weise zum wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg des Landes beigetragen. Das Bemühen, die Wirtschaftspolitik ausgewogen an allen Zielen des magischen Vielecks und am gesellschaftlichen Wohlstand auszurichten, alle Akteure in die Entscheid...
Schweden und Österreich gehören heute zu den wirtschaftlich stärksten Ländern der Welt. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt rund ein Viertel über dem EU-Schnitt. Ungleichheit und Arbeitslosigkeit sind weniger stark ausgeprägt als in der EU, beide Wohlfahrtsstaaten zählen zu den leistungsfähigsten der Welt. Schweden und Österreich sind daher präd...
Österreichs Wirtschaftsleistung je EinwohnerIn lag auch 2015 in der Spitzengruppe der EU-Länder. Mit 36.400 Euro übertraf sie den EU-Durchschnitt um 27% - und damit sogar stärker als zu Beginn der Finanzkrise. Die harten Fakten stehen einmal mehr in krassem Widerspruch zum verbreiteten, aber sachlich nicht fundierten Lamento über die fehlende Wettb...
Ein Prozent der Haushalte besitzt ein Viertel des gesamten Vermögens in Österreich. Der Anteil der obersten 5% der Haushalte, die über ein Nettovermögen von mehr als 800.000 Euro verfügen, liegt bei deutlich mehr als 40%, das ist etwa gleich hoch wie jener der unteren neun Zehntel der Haushalte. Besonders hoch ist das Vermögen im Durchschnitt bei U...
Österreichs Wirtschaft wies 2015 einen Überschuss in der Leistungsbilanz von mehr als 9 Milliarden Euro auf (fast 3% des BIP). Der hohe Exportüberschuss widerlegt das dauernde Lamento über die angeblich fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Er ist allerdings zu einem erheblichen Teil auch Ergebnis der schwachen Inlandsnachfrage und bringt damit ein gefähr...
Die von Export und Industrie getragene Erholung der österreichischen Wirtschaft wird seit Jahresbeginn von Impulsen für die Konsumnachfrage durch die Steuerentlastung zusätzlich gestützt. Jetzt gilt es, diesen Rückenwind durch innovative Formen der Verkürzung der Arbeitszeit – etwa durch Ausweitung der Plätze für Aus- und Weiterbildung – auch für e...
Die Investitionen sind eine Schlüsselgröße für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Investitionsquote ist in den letzten zwanzig Jahren merklich zurückgegangen und ein neuerlicher Anstieg ist nicht in Sicht. Allerdings investiert die österreichische Wirtschaft allen Unkenrufen zum Trotz nach wie vor deutlich mehr als jene der Eurozone oder Deutschl...
Die Konjunkturerholung wird ab Beginn 2016 durch eine (erstmals seit 2010) leicht expansive Budgetpolitik verstärkt: Steuerreform, öffentliche Investitionen und Flüchtlingsausgaben stärken die Nachfrage. Wenn nun auch noch die InteressenvertreterInnen der Unternehmen ihr notorisches Schlechtreden des Standorts beenden, könnten auch die privaten Inv...
In Österreich steigt die Arbeitslosigkeit, während sie in Deutschland sinkt. Warum ist das so? Und vor allem: Wie erreichen wir in Österreich eine nachhaltige Trendumkehr. Markus Marterbauer erklärt im Videoblog die Situation und hat konkrete Vorschläge, über die wir reden sollten.
Das Gerede von der Überschuldung der Stadt Wien entbehrt jeder Grundlage. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt und ist deutlich niedriger als beim Spitzenreiter Niederösterreich. Zudem stehen ihr hohes privates und öffentliches Vermögen gegenüber. Als Problem erweist sich viel eher, dass der dringende Aus...
Es scheint, als würde nun endlich mit dem alten Klientelismus im Süden Europas gebrochen und die notwendige Erneuerung der Institutionen, vom Steuersystem über den Arbeitsmarkt bis zum Sozialwesen, angegangen. Nur so können die sozialen Katastrophen von Massenarbeitslosigkeit und Armut überwunden werden, nur so kann eine wirtschaftliche Erholung ge...
Endlich stellt sich die Regierung dem Problem der Rekordarbeitslosigkeit. Ein nur symbolischer Gipfel würde allerdings weder den vielfältigen Ursachen der inakzeptablen Lage auf dem Arbeitsmarkt, noch der schwierigen sozialen Lage der Betroffenen gerecht werden. Eine neue Strategie gegen Arbeitslosigkeit kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie meh...
So kann man Österreichs neokonservative Wirtschaftsjournalisten auf die Palme bringen: Mit einer Feststellung der Tatsache, dass die Republik 2014 das entscheidende EU-Budgetziel, ein strukturelles Budgetdefizit unter 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, weitgehend erreicht hat; ergänzt um die politische Forderung, deshalb endlich Maßnahmen zur B...
Die Wirtschaft in Österreich ist – entgegen dem Lamento konservativer Interessenvertretungen und Journalistinnen – an der Spitze der EU zu verorten, etwa beim gebräuchlichsten Maß für wirtschaftliche Leistung, dem BIP pro Kopf. Dort hat Österreich seinen Vorsprung gegenüber dem EU-Durchschnitt seit 2007 sogar noch ausgebaut. Probleme für den Wohlst...
Österreich und Deutschland weisen die niedrigsten Arbeitslosenquoten in der EU auf. Doch während hierzulande die Arbeitslosigkeit steigt, fällt sie in Deutschland weiter. Nicht die Arbeitsmarktreformen, sondern die Entwicklung des Arbeitskräfteangebots macht den Unterschied aus. Ohne Verkürzung der Arbeitszeit rückt Vollbeschäftigung in Österreich ...
Die ungünstigeren Konjunkturaussichten für 2015 erfordern einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel, der vorrangig auf die Verringerung der Massenarbeitslosigkeit und der Ungleichheit in der Verteilung des Wohlstandes sowie ein Ende der Sparpolitik abzielt.
Jahrzehntelang haben Finanzsystem und Vermögende auch in Österreich über unsere Verhältnisse gelebt. Die Bekämpfung der vielfältigen Formen des Steuerbetruges muss zu einer zentralen Aufgabe der wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit in ganz Europa werden. Im Steuerreformkonzept von AK und ÖGB bildet dies bereits - zusammen mit der steuerlichen Bela...
Das neoliberale Wirtschaftsmodell der EU ist spätestens mit der Finanzkrise seit 2008 gescheitert: wirtschaftlich, ideologisch und auch politisch. Ein Kurswechsel hin zu einer sozial-ökologischen Transformation steht an, wird aber noch durch eine tiefgreifende Entdemokratisierung blockiert.
Die Verleihung des Preises für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Alfred Nobel weckt Erinnerungen an den letzten in Österreich geborenen Preisträger Friedrich A. Hayek. Heute hätte er aufgrund seiner problematischen Haltung zur Demokratie die Auszeichnung wohl nicht mehr erhalten.
10 Vorschläge für eine ökonomisch vernünftige Budgetpolitik, die auf die Nutzung vorhandener Spielräume für Verteilungs- und Beschäftigungspolitik abzielt.
Die chinesische Wirtschaftspolitik hat in den letzten Jahrzehnten beeindruckende Erfolge erzielt. Dennoch steht China vor enormen Herausforderungen. Es ist absehbar, dass die Expansion nicht ungebremst voranschreiten wird. Mit der Öffnung zum kapitalistischen Wirtschaftssystem ist auch China anfälliger für Krisen geworden. Österreichs Wirtschaft, w...
Umfragedaten zum Haushaltsvermögen unterschätzen die realen Werte vor allem an der Spitze, wie nun auch die EZB selbst zeigt. Abhilfe können Steuerdaten wie etwa bei Thomas Piketty liefern - aber nur, wenn es auch eine Vermögensteuer gibt.
Das Sparen der Haushalte kann nur gelingen, wenn die Unternehmen auf eine Ausweitung der Investitionen setzen, die die Güternachfrage insgesamt erhöhen. Gesamtwirtschaftlich betrachtet ist es sinnvoll, wenn Haushalte weniger sparen und mehr konsumieren. Erhöhung des Konsums führt zu Wohlstandsgewinn. Damit rücken wiederum Fragen nach Verteilungsger...
Der aktuellen Budgetpolitik gelingt zwar die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, allerdings nicht ein Abbau der rekordhohen Zahl an Arbeitslosen.
Die aktuelle Konjunkturprognose weist zwar nur ein mattes Wachstum für 2014 aus, doch ist davon auszugehen, dass die Erholung unterschätzt ist, während das Defizit abermals besser ausfallen wird.
Gewerkschaft ist bemerkenswerte soziale Innovationen gelungen: Die Lohnerhöhung kann in zusätzliche Freizeit umgewandelt werden. Diese Maßnahme wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern, die Lebenszufriedenheit erhöhen und einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für die Sicherung von Beschäftigung leisten.
Massenarbeitslosigkeit, hohe Staatsverschuldung und eine bedrohliche Ungleichheit prägen die wirtschaftliche Lage in Europa im sechsten Jahr der Krise. In dieser Situation zeigt sich, wie wichtig es ist, sich mit den Grundlagen der ökonomischen Theorien zu beschäftigen.
In Deutschland sinkt die Arbeitslosenquote. Grund sind höhere Reallöhnen und stärkere Konsumnachfrage als Folge des Rückgangs der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Österreich könnte es Deutschland etwa durch eine Verkürzung der Arbeitszeit zur Verknappung des Angebots gleichtun!
Zentrale Aufgabe der nächsten Bundesregierung wird es sein, die Ansprüche von Finanzsystem und Vermögende zurückzudrängen und so Raum für sozialen Fortschritt zu schaffen.
Platzen der Spekulationsblase auf den Vermögensmärkten, zahllose Bankeninsolvenzen, Nachfrageeinbruch, Massenarbeitslosigkeit: Die Wirtschaftskrise nahm ihren Ausgang in den USA, breitete sich allerdings mit Windeseile auf Europa aus und führte zu einer Depression, die die Arbeitslosenraten in manchen Ländern auf über 30% der Erwerbspersonen trieb....
Regelmäßig wird der Generationenkonflikt zwischen Jung und Alt ausgerufen. Dabei sind die Jungen die Dummen: Sie zahlen die Pensionen der Alten, angeblich ohne selbst Aussicht auf öffentliche Pensionsleistungen zu haben. Das Ausrufen des Generationenkonflikts dient meist der Vorbereitung einer neuen Runde an Einsparungen in der gesetzlichen Alterss...
Im September startet mit dem Auftakt im Metallsektor die Herbstlohnrunde. Die Verhandlungen gestalteten sich in den letzten Jahren immer schwieriger: Zum einen, weil die ArbeitgeberInnen das Ziel der Dezentralisierung auf Fachverbandsebene verfolgen und dabei auf heftigen – und erfolgreichen – Widerstand der Gewerkschaften treffen; zum ...
Das von der Industriellenvereinigung finanzierte Institut Eco Austria errechnet mithilfe eines ungeeigneten ökonomischen Modells, eines übertrieben negativen Basisszenarios und nicht nachvollziehbarer Quantifizierung gewaltige positive Effekte einer Umsetzung der wirtschaftspolitischen Forderungen von „Unternehmen Österreich 2025“: 420.000 zusätzli...
Deutlich besser als die Eurozone, aber doch in der Krise: Österreichs Konjunktur bleibt laut heutiger WIFO-Prognose wegen gedämpfter Exportnachfrage und stagnierenden Konsumausgaben schwach. Vor allem steigt die Arbeitslosigkeit weiter und Österreich dürfte seinen EU-Spitzenplatz bei der Arbeitslosenquote bald los sein. Die Budgetkonsolidierung läu...
Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank führt zu negativen Realzinsen für Geldanlagen. Konservative beklagen eine „kalter Enteignung“ und versuchen mit diesem Argument die „kleinen SparerInnen“ politisch ins Boot zu holen. Doch diese profitieren eigentlich von den niedrigen Zinsen: Sie entlasten den Staatshaushalt finanziell und machen ...
Die Zunahme von Überschüssen und Defiziten in der Leistungsbilanz bildete eine der wichtigsten Ursachen für die Krise in der Eurozone. Sie war das Ergebnis großer Unterschiede in der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage zwischen den Volkswirtschaften. Nun versucht die EU-Politik, diese Ungleichgewichte zu korrigieren, doch auf einseitig...
Der Industriestandort muss gut und wettbewerbsfähig sein, sonst würden die Unternehmen immer mehr produzieren. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist hingegen problematisch, was mit den erzielten Gewinnen passiert.
Die Austeritätspolitik der EU hat zwischen drei und fünf Millionen Menschen den Job gekostet. Die Behauptung der Politik, es gäbe keine Alternativen, ist haltlos. Was fehlt sind nicht ökonomische Gegenkonzepte, sondern eine verantwortungsbewusste Wirtschaftspolitik, die sie umsetzt.