Rotes Wien steht für die Kommunalpolitik der zwischen 1919 und 1934 sozialdemokratisch regierten Bundeshauptstadt sowie für die Aktivitäten der Gewerkschaften und Vereine im Vorfeld der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Viele der damals errichteten Institutionen und Infrastrukturen haben bis heute Bestand.
Gegenwärtig wird in der EU intensiv über eine verbesserte Koordination der Wirtschaftspolitik diskutiert. Zu kurz kommt in diesem Diskurs allerdings die Bedeutung einer national und transnational koordinierten, produktivitätsorientierten Lohnpolitik, die ein wichtiger Eckpfeiler eines nachhaltigen und inklusiven wirtschaftlichen Entwicklungsmodells...
Jede Generation schreibt die Geschichte neu, heißt es. Das gilt wohl auch für die Wirtschaftsgeschichte, ist doch die Bewertung von bestimmten historischen Phasen wirtschaftlicher Entwicklung stark abhängig von den jeweils aktuellen Tendenzen und Problemlagen sowie den dominanten wirtschaftstheoretischen Ansätzen und wirtschaftspolitischen Ideologi...
In Österreich haben sich die Arbeitsmarktsituation und damit die Erwerbschancen seit Beginn der Wirtschaftskrise, trotz durchaus erfolgreicher Krisenintervention der Sozialpartner (Stichwort Kurzarbeit), verschlechtert. Gründe dafür sind die schwere Rezession, die viel zu restriktive Ausrichtung der EU-Wirtschaftspolitik und die starken Zuwächse de...
Seit 2008 erfuhren Europas Gewerkschaften durch die Wirtschaftskrise und nationalen sowie EU-seitige Krisenpolitiken eine Schwächung ihrer Machtressourcen. Solange auf ein lohngetriebenes Wachstumsmodell und Unterstützung für ihre institutionelle Verankerung von Seiten der EU nicht gezählt werden kann, ist die europäische Gewerkschaftsbewegung dara...
Geschlechtsbezogene berufliche Segregation bedeutet, dass bestimmte Branchen, Berufe, betriebliche Funktionen (zB leitende Funktionen) und Tätigkeiten von Frauen bzw. Männern dominiert werden. Sie hat eine ungleiche Verteilung von Erwerbs-, Berufs-, Einkommens- und Lebenschancen für Frauen und Männer zur Folge. Der Abbau dieser besonderen Form der ...
Von jenen ÖkonomInnen, die in den 1930er-Jahren Österreich verlassen mussten, machten sich einige im Exil mit den neuen ökonomischen Ideen von John Maynard Keynes vertraut. Nach dem Krieg sorgten die Zurückgekehrten dafür, dass keynesianische theoretische Ansätze und wirtschaftspolitische Konzepte in Österreich zur Anwendung gelangten. Eine erneute...
Gegenwärtig wird intensiv über die möglichen Auswirkungen diskutiert, die eine Verwirklichung der „Industrie 4.0“- oder „Wirtschaft 4.0“-Konzepte hätte; insbesondere auf das Niveau der Beschäftigung, die berufliche Zusammensetzung der Beschäftigung, die Tätigkeitsprofile der Berufe, die Qualität der Arbeit u.v.m. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um ei...
Im Diskurs über die möglichen Auswirkungen der Automatisierung bzw. der Digitalisierung der Wirtschaft kommen zahlreiche Themen zur Sprache: Die potenziellen Effekte auf das Niveau der Beschäftigung und die Beschäftigungsstruktur sowie die Gestaltungsspielräume, welche Politik, Sozialpartner und Interessenvertretungen der ArbeitnehmerInnen haben. W...
Im Zuge der Diskussionen über die möglichen Auswirkungen der Digitalisierung der Wirtschaft (Stichworte Industrie 4.0 bzw. Wirtschaft 4.0) werden nicht nur die aggregierten Gesamtbeschäftigungseffekte, sondern auch die unterschiedliche Betroffenheit der Berufsgruppen erörtert. Der folgende Beitrag befasst sich mit den Veränderungen der österreichis...
Die sogenannte Benya-Formel ist eine den wirtschaftlichen Bedingungen der 1970er-Jahre entsprechende Faustregel für eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik. Der Grundsatz der Produktivitätsorientierung bedeutet, dass sich die in den Kollektivvertragsverhandlungen angestrebte Lohn- bzw. Gehaltserhöhung am Ausmaß des mittelfristigen Anstiegs der r...
Die gesetzliche Mitgliedschaft in den Wirtschaftskammern ist nicht nur eine Angelegenheit der Unternehmerschaft Österreichs. Denn viele der kollektiven Güter, wie gesellschaftlicher Interessensausgleich oder berufliches Bildungswesen, werden auf der Grundlage der gesetzlichen Mitgliedschaft in der WKÖ und den Länderkammern erstellt. Sie kommen auch...
Die im Zuge der Krise geänderte wirtschaftspolitische Steuerung durch die EU brachte einen lohnpolitischen Paradigmenwechsel hin zu EU-Interventionismus.
Wie veränderte sich die österreichische Beschäftigungsstruktur nach Sektoren, Wirtschaftsbereichen und Branchen seit Anfang der 1990er-Jahre? Das nachgefragte Arbeitsvolumen erhöhte sich zwischen 1991 und 2012 um knapp 12%. Produktionsbezogene Dienstleistungen sowie Gesundheits- und Sozialwesen gewannen auf Kosten von Landwirtschaft und Sachgüterpr...
Für den Euroraum besteht die akute Gefahr, in eine länger anhaltende Phase makroökonomischer Deflation zu geraten. Um das zu verhindern, ist ein rasches, energisches und koordiniertes Vorgehen von Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik erforderlich.
Die Berufsstruktur in Wien verschiebt sich in Richtung akademische Berufe, sowohl aufgrund der Branchenzusammensetzung als auch innerhalb aller Branchen. Da sich der Trend fortsetzen wird, sind verstärkte öffentliche und private Bildungsinvestitionen gefragt.
Neoklassik und Postkeynesianismus führen Arbeitslosigkeit auf unterschiedliche Ursachen zurück. Die wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen der beiden ökonomischen Denkrichtungen in Bezug auf die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit sind sehr verschieden, widersprechen einander z. T. diametral.
Referent in der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung der AK Wien für Arbeitsmarkt- und Verteilungsfragen sowie Geschäftsführender Redakteur der Quartalszeitschrift "Wirtschaft und Gesellschaft".