Die Vermögen sind in Österreich besonders ungleich verteilt

Die Europäische Zentralbank publizierte am 9.April die Daten zur Vermögensverteilung für sämtliche Eurozonen-Länder, die vom Household Finances and Consumption Survey abgedeckt sind. Dabei zeigt sich, dass Vermögen in allen (teilnehmenden) Euro-Ländern sehr ungleich verteilt ist. Ganz besonders gilt dies für Österreich.

Belgien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, die Slowakei, und Finnland haben am Household Finances and Consumption Survey der EZB teilgenommen. Von den Euroländern sind somit nur Irland und Estland in dieser ersten Welle nicht dabei.

Die Verteilung der Nettovermögen über alle Länder ist extrem ungleich. Der Haushalt an der Grenze zu den reichsten 10% hält über 500.000 Euro, während der mittlere Haushalt nur knapp über 100.000 Euro besitzt.

Die unteren 20% haben kein Nettovermögen, und auch die nachfolgenden Dezile haben nur vernachlässigbare Anteile am Nettovermögen. Die unteren 50% besitzen zusammen in den untersuchten Eurozonen-Ländern nur 6% des gesamten Nettovermögens. Österreich ist hier zwar kein Ausreißer, aber es ist ungleicher als der Durchschnitt: In Österreich haben die unteren 50% unter 4% des Nettovermögens.

Das gleiche Bild zeigt sich am oberen Ende der Vermögensverteilung: die obersten 5% besitzen über alle Länder 37% des gesamten Nettovermögens, in Österreich besitzen sie über 45%. Österreichs Vermögensverteilung ist damit besonders ungleich. Wir liegen bei den untersuchten Ländern gemeinsam an der Spitze mit Deutschland mit einem Gini von 0,76 (nach einer Auswertung der Daten von der Banco D’Italia). Im Schnitt liegt der Gini bei 0,68.

Im Durchschnitt haben die unteren 40% in Österreich nur 4.800 Euro Nettovermögen (Deutschland: 4.300 Euro), während diese Gruppe über alle Länder 13.300 Euro hat. Zugleich besitzen die obersten 10% in Österreich im Durchschnitt 1,6 Mio. Euro (Deutschland: 1,2 Mio. Euro), was nach Luxemburg der zweithöchste Wert ist, wenn die dubios erscheinenden Zypern- und Malta-Zahlen herausgenommen werden.