Alle Beiträge von Daniel Unterweger

ist Student der Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien sowie des internationalen Masterstudiums Vergleichende Sozialpolitik an der JKU Linz und der Universität Tampere, wo seine Masterarbeit vom Netzwerk Wissenschaften der AK Wien unterstützt wird. Er war im Sommer 2015 in der Abteilung Sozialpolitik der AK Wien als Praktikant tätig.

Abbau des Kündigungsschutzes in Europa: Politischer Konsens auf schwachem Fundament

Im ökonomischen Mainstream wurde seit langer Zeit ein starker Kündigungsschutz als schädlich gegenüber Beschäftigung sowie wirtschaftlichem Wachstum empfunden. Dies äußerte sich politisch, auch insbesondere während der Wirtschaftskrise, durch Strukturreformen in Gegenleistung für Finanzhilfe der Europäischen Institutionen (beispielsweise in Griechenland oder Portugal). Es lässt sich aber auch ein allgemeiner europäischer Trend zu einem schwächeren Kündigungsschutz erkennen. Allerdings ist die theoretische Grundlage dieser Reformen empirisch alles andere als unumstritten – besonders im Hinblick auf neuere wissenschaftliche Erkenntnisse. Dieser Beitrag stellt eine kritische Auseinandersetzung mit der ökonomischen Theorie des Kündigungsschutzes dar und soll aufzeigen, dass ein starker Kündigungsschutz auch positive Effekte auf Beschäftigung haben kann.

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